IWMM – Podcast 011 – Matthias Andrasch

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4 Gedanken zu „IWMM – Podcast 011 – Matthias Andrasch“

  1. I guess it’s still a mess,

    erst einmal Danke für den spannenden Beitrag. Ich war jahrelang in der Klientenarbeit nach § 67ff SGB XII (= besonders schützenwerte Daten!) bei verschiedenen freien Trägern in Berlin tätig (bis Ende 2013). Die Besten hatten ein Qualitätsmanagement nach ISO 9001 – m.E. eine Verschlimmbesserung, weil die Schwerpunkte i.d.R. nicht ernsthaft auf Datensicherheit gelegt werden und das irgendjemand mit kleinem Stundenkontingent halbherzig nebenbei macht bzw. mit den Widerständen der KollegInnen zu tun hat. Zudem ist nicht leicht, IT-Fachkräfte in die Soziale Arbeit zu locken (Bezahlung?!…) und wenn man jemanden hat, dann scheitert er/sie erneut an den SozialarbeiterInnen bzw. an deren technischem Unverständnis, welches bis zur Verweigerungshaltung gehen kann. (Ein weites Feld. Zu weit für eine Kommentarspalte.) Verschlüsselung intern war nahezu nie ein Thema. Die Daten auf den Rechnern lagen unverschlüsselt vor und wurden intern auch unverschlüsselt verschickt.
    Im Kontakt zu den Fachämtern war es kaum besser. Erst im Jahr 2013 (danach habe ich mein Arbeitsfeld gewechselt und später auch mit dem Programmieren begonnen) habe ich erlebt, dass ein bezirkliches Fachamt (von 12!) die Klientendaten verschlüsselt ausgetauscht hat. Anträge, Hilfepläne usw. liefen i.d.R. über Fax oder als Anhang zur Mail (unverschlüsselt). Ich habe noch immer viel mit Ämtern und Behörden zu tun und weiß um deren Not bzgl. der eigenen technische Infrastruktur. Auch die Ausstattung bei den Trägern war so lala. Natürlich alles mit Windows, eher die älteren Versionen. Viele KollegInnen / AmtsmitarbeiterInnen waren schon mit der Bedienung der üblichen Office-Programme überfordert und wie oft habe ich es erlebt, dass der unverschlüsselte USB mit Klientendaten zur Arbeit nach Hause mitgenommen wurde (und potentiell verloren gehen konnte). Die technische Ausstattung ist das eine, aber die größte Herausforderung ist der Mensch. Interne Fortbildungen zum Thema Verschlüsselung hatte ich damals persönlich angeregt, aber nie erleben dürfen. Mein Fazit: da ist noch sehr viel zu tun.

    1. Hallo Nicole,

      Danke für Deinen ausführlichen Kommentar. Er bestätigt mich in vielen Punkten. Zu dem was Du schreibst bzgl. der IT-Fachkräfte: Ja, ich denke die Bezahlung spielt in der Tat hier die entscheidende Rolle. Gelder sind hierfür – so denke ich – nicht wirklich eingeplant (und selbst wenn, nicht annähernd realistisch kalkuliert). Meiner Beobachtung nach wird man als SoA*, welche/r sich “Klienten-Datenschutz” auf die Fahne geschrieben hat oft belächelt. Problembewusstsein bei Kolleg*innen ist nur kaum oder gar nicht vorhanden 🙁

      Ja – es ist noch sehr (sehr) viel zu tun. Es wäre wünschenswert, wenn sich SoA* dem Themenkomplex vermehrt annehmen würden und Missstände offen angesprochen werden.

      PS: You’ve got Mail.

      Beste Grüße,
      Bene

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